Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin
Society of
Hygiene, Environmental and Public Health Sciences
Aufgaben des Ausschusses für Wohnmedizin und Bauhygiene
Prof. Dr. Klaus Fiedler
Am Treptower Park 21
12435 Berlin
Ausführliche Gebrauchsanleitungen bekommt man vom Elektrorasierer bis zum Kraftfahrzeug. Für die Wohnung dagegen, einen „Gebrauchsartikel“, der uns ein ganzes Leben lang begleitet, gibt es keine oder nur unzulängliche Hinweise zur Nutzung. Das ist umso unverständlicher, weil wir uns die meiste Zeit unseres Lebens im umbauten Raum aufhalten, der die Gesundheit erheblich beeinflussen kann
Wir wissen durch internationale medizinische Untersuchungen, dass durch den Aufenthalt in Gebäuden mit unzulänglichen Bauweisen und unhygienischen Ausbaumaterialien schwere Gesundheitsstörungen und Erkrankungen auftreten können und dass selbst falsches Verhalten in baulich an sich nicht zu beanstandenden Wohnungen negative Effekte auf die Gesundheit hat. Die Forschung sowie die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Wohnmedizin sind daher von großer Bedeutung.
Der Ausschuss für Wohnmedizin und Bauhygiene der GHUP versteht sich als eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, welche die Wechselbeziehungen zwischen Menschen und belebter sowie unbelebter Wohnumwelt untersucht bzw. bereits vorliegende Ergebnisse wertet und wissenschaftlich begründete Kriterien, Anforderungen und Maßnahmen für den Umweltzustand sowie für das individuelle und kollektive Verhalten in Wohnung und Wohnumfeld erarbeitet. Das Ziel ist es, negative Einflüsse des Wohnens zu vermeiden und positive zu nutzen, um Gesundheitsstörungen und Erkrankungen zu verhüten und zu bekämpfen und das Wohlbefinden der Menschen zu erhalten und zu steigern.
In Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Architekten, Bauingenieuren u. a. Wissenschaftlern und Praktikern, die auf dem Gebiet des gesunden Bauens tätig sind oder dafür Interesse haben, werden wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt sowie Informationsblätter und Broschüren zur Aufklärung der Bevölkerung erarbeitet
Die Zeitschrift „Wohnmedizin“ informiert zweimonatlich über grundsätzliche Fragen des Fachgebietes, wertet die Literatur auf diesem Gebiet aus und stellt neue Bücher und aktuelle Rechtssprechungen zu diesem Thema vor.
Ab 2002 wird das Zertifikat „wohnmedizinisch empfohlen“ vergeben.
Alle zwei Jahre werden Symposien mit Schwerpunkt Wohnmedizin und Bauhygiene durchgeführt.